6. Accessibility-Stammtisch - kurz zusammengefasst
Das Thema “Barrierefreiheit selbst testen” lockte am 4. Dezember so viele Besucher wie noch nie zum AccessibilityStammtisch - und das trotz Vorweihnachtszeit.
Mehr als ein Impulsreferat
Maria Putzhuber wurde den in sie und das Thema gesetzten Erwartungen nicht nur gerecht, sie setzte auch neue Maßstäbe. Ganz ohne Technik verstand sie es in launiger Weise, das Thema des Testens verständlich und gut strukturiert rüberzubringen - vielleicht auch ein Ergebnis der jahrelangen intensiven Beschäftigung mit Accessibility, in der es ja viel um Strukturierung geht.
“Die Webanbieter kaufen bei Beauftragung einer Webagentur eigentlich die Katze im Sack”, weiß die Accessibility-Expertin. Was sie sich von den Auftraggebern wünscht, bringt sie mit wenigen Worten auf den Punkt: Mehr Qualitätsbewusstsein und Grundkompetenz zum Thema Web und auch Accessibility.
Apropos Katze im Sack: Maria Putzhuber brachte auch einen Sack mit, in dem sich zwar keine Katze, dafür aber kleine Nikolaussäckchen befanden, die sie an die erstaunten und erfreuten BesucherInnen verteilet. Neben Nüssen und Süßigkeiten befand sich darin ein weiteres Geschenk, nämlich eine Zusammenfassung der für uns zusammengetragenen Testmöglichkeiten.
Für alle jene, die nicht dabei waren (oder, wie ich, mit bedrucktem Papier keine große Freude haben) gibt es dieses Nikolaus-Geschenk natürlich online nachzulesen.
Jeder kann testen
In 8 Punkten zeigte Maria Putzhuber auf, was interessierte Accessibility-Testerinnen und -Tester alles selbst testen können, ohne viel technisches Hintergrundwissen, einfach durch Nutzung bereits vorhandener Möglichkeiten. Das reicht vom Abschalten des layouts, der Bilder über Schriftvergrößerung und Bedienung ausschließlich mittels Tastatur bis hin zur Nutzung spezieller Tools und Tests, die sie ebenfalls kurz vorstellte, damit auch die Profis auf ihre Rechnung kamen.
WCAG 1.0 - längst überholt?
Selbstverständlich diskutierte man auch über Testmöglichkeiten für AJAX und Flash und Barrierefreiheit. Dabei stellte sich heraus, dass offenbar ein großer Expertenmangel bei der Erzeugung barrierefreier Flash-Applikationen besteht und einige nur “ein Bisschen” darüber Bescheid wissen.
Die Expertin lässt keinen Zweifel aufkommen: “Ein Bisschen” Accessibility, ob nun bei Flash oder herkömmlichem HTML, ist für sie eindeutig nicht genug - und für die NutzerInnen schon gar nicht.
Mehr als eine nette Geste
Zum ersten Mal hat eine Referentin für ihr Impulsreferat beim Accessibility-Stammtisch die Informationen zum Nachlesen bereitgestellt und wir hoffen sehr, dass dies kein Einzelfall bleiben wird. Dass die Information nicht bloß zum Nachlesen präsentiert, sondern in kleinen Geschenksäckchen verpackt wurde, erzählt eine Menge über die engagierte Referentin: Wer sich einerseits Qualitätsbewusstsein bei den Kunden wünscht und andererseits gleich die erste Lektion dafür in Geschenkform liefert, garantiert ganz sicher diese Qualität auch bei der Umsetzung von Webprojekten.