2. Accessibility-Stammtisch - kurz zusammengefasst
Etwa 27 InteressentInnen von unterschiedlichsten Unternehmen und Institutionen haben diesmal am Stammtisch von accessible media teilgenommen.
Vertreten war die öffentliche Verwaltung, öffentliche Institutionen, PR Agenturen, Webdienstleister, Privatunternehmen und gemeinnützige Vereine und natürlich waren auch private Interessierte dabei.
Die beiden Impulsreferate sorgten für viel Gesprächsstoff und so manche Diskussion.
Universitätslehrgang Barrierefreies Webdesign
(Bericht von Edith Vosta, Absolventin des 1. Lehrgangs)
Das Institut Integriert Studieren an der Johannes Kepler Universität Linz hatte einen viersemestrigen Lehrgang für barrierefreies Webdesign angeboten. In einer Mischung von E-Learning und Präsenz konnten die TeilnehmerInnen alle relevanten Aspekte in Grundzügen erlernen:
- Technische Aspekte - von HTML bis Multimediaumsetzung,
- rechtliche Fragen,
- Aspekte von barrierefreiem Design und Inhalten,
- Usability,
- Umgang mit assistierenden Technologien,
- Test und Evaluierung auf Accessibility
- und vieles mehr.
Der Lehrgang kostet 1.500,- Euro pro Semester und erfordert laut TeilnehmerInnen einen Aufwand von etwa 10-20 Wochenstunden, das heißt, er ist mit Einschränkungen berufsbegleitend durchführbar.
Alle drei anwesenden TeilnehmerInnen waren mit dem Kurs sehr zufrieden und bestätigten den hohen Nutzen des Gelernten.
Im Oktober 2007 soll der zweite Lehrgang starten. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite des Lehrgangs.
Status der WCAG 2.0
(Richtlinie für barrierefreies Webdesign des World Wide Web Consortiums
Bericht von Shadi Abou-Zahra, Mitarbeiter der Web Accessibility Initiative des W3C)
Seit 1999 gilt die Version 1 der Richtlinie Web Content Accessibility Guideline WCAG und seit fast genauso langer Zeit arbeitet man bereits an einer neuen Version.
Eine besondere Herausforderung ist die Tatsache, dass eine solche Richtlinie vielen Anforderungen und Interessen genügen muss:
- Unterschiedliche Technologien: während 1999 noch hauptsächlich HTML im Mittelpunkt der Richtlinie stand, sind es heute eine Vielzahl an sehr unterschiedlichen Webtechniken - von Javascript bis Multimedia. Darüber hinaus soll eine Technologieunabhängigkeit auch die Zukunftssicherheit garantieren.
- die Anforderungen der Betroffenen Menschen sind sehr unterschiedlich und in der Version 1 nur mangelhaft abgedeckt. Einige Fragestellungen - wie zum Beispiel jene von kognitiven Behinderungen - lassen sich auch nur schwer verallgemeinern und in ein überprüfbares Regelwerk umsetzen.
- Die Zielgruppe der Richtlinie ist sehr heterogen: Entwickler, Politiker, Website-Betreiber und viele mehr.
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Im Jahr 2006 wurde ein Last Call Working Draft (ein letzter Entwurf) der WCAG 2.0 veröffentlicht und erntete starke Kritik durch die Community. Mehr als 900 unterschiedliche Problemstellen wurden genannt. Das nahm die Arbeitsgruppe zum Anlass, das Dokument nochmals in den Status eines Entwurfszurückzustufen und massiv zu überarbeiten. Ein solcher Entwurf wurde im Mai 2007 veröffentlicht und bekam über weite Strecken positives Feedback. Auf Basis dieses Entwurfs wird derzeit an einem weiteren Entwurf gearbeitet und man hofft im kommenden Jahr in die Phase einer W3C-Richtlinie zu gelangen.
Shadi Abou-Zahra empfiehlt insbesondere EntwicklerInnen sich bereits jetzt mit dem Entwurf auseinander zu setzen. Die Grundrichtung wird jedenfalls auch in künftigen Versionen gleich bleiben. In weiterer Folge werden auch zahlreiche weitere Dokumente erscheinen, die auf WCAG 2.0 aufbauen und die Richtlinien für die einzelnen Zielgruppen konkretisieren (zum Beispiel Überblicksdokumente, Webtechniken, Prüfkriterien etc.).
Weitere Aktivitäten der Web Accessibility Initiative sind beispielsweise Richtlinien für Hersteller von Benutzeragenten (Browser, Screenreader, Mobile Devices etc.), für Autorenwerkzeuge (Content Management Systeme, Webeditoren etc.) und Webapplikationen.
Ausblick
Der nächste Accessibility-Stammtisch fidnet Anfang September statt und es wird wieder ein Impulsreferat geben. Näheres wird noch bekannt gegeben.
Danke an Michael Stenitzer, der bei diesem Stammtisch "Protokoll" geführt hat.